Werkbeschreibung
Dance of the Waves ist eine dreisätzige Komposition für Blasorchester, die die Bewegung des Wassers in unterschiedlichen Gewässern musikalisch thematisiert. Dem Dirigenten wird hierbei die Entscheidung offen gelassen, die Sätze aneinandergereiht oder mit einer kurzen Pause zwischen den Teilen aufzuführen.
Der erste Satz, Waves of the Sea, beginnt mit einem solistischen Euphonium, das die Entstehung einer einzelnen Welle beschreibt. Aus diesem ruhigen Auftakt entwickelt sich nach und nach eine immer stärkere Bewegung, die im lebhaften 9/8-Takt die Kraft und Dynamik eines aufgewühlten Meeres widerspiegelt. Wechselnde musikalische Verdichtungen und markante Impulse lassen das Bild hoher Wellen und einer stürmischen See entstehen. Im Mittelteil beruhigt sich das Geschehen für einen Moment und gibt den Blick auf einen ruhigen, nahezu spiegelglatten Ozean frei. Diese Phase der Ruhe bleibt jedoch nur von kurzer Dauer, bevor sich die Bewegung erneut steigert und der Satz in einem kraftvollen, klanglich dichten Finale endet.
Der zweite Satz, Waves of the Lake, bildet den ruhigen Mittelpunkt der Komposition und vermittelt den Eindruck sanfter Wellenbewegungen auf einem klaren Bergsee, auf dessen ruhiger Wasseroberfläche sich ein Sonnenuntergang widerspiegelt. Die fließende Melodie ist dabei Gabriel Faurés berühmter Sicilienne Op. 78 gewidmet. Das ursprünglich für Bühnenmusik komponierte Werk, das später unter anderem in einer Fassung für Cello und Klavier große Bekanntheit erlangte und heute auch zum Standartrepertoire für Querflöte gehört, dient hier als musikalische Inspiration. In Anlehnung an Faurés Original greift die Komponistin ausgewählte melodische Elemente auf und entwickelt daraus eine eigenständige Fassung für Blasorchester, die den ursprünglichen Charakter bewahrt und zugleich neue musikalische Akzente setzt.
Der dritte Satz, Waves of the River, stellt die unaufhaltsame Bewegung eines Flusses in den Mittelpunkt. Der durchgängige 10/8-Takt verleiht der Musik einen tänzerischen Puls und vermittelt den Eindruck einer stetig fließenden Strömung. Rhythmische Motive, wechselnde Akzentuierungen und bewegte Melodielinien zeichnen das Bild eines wilden Flusses mit seinen Strudeln und Stromschnellen nach. Die musikalische Entwicklung bleibt dabei ununterbrochen in Bewegung und steigert sich kontinuierlich bis zum Schluss.