Werkbeschreibung
Das Akkordgerüst La Folia gehört zu den ältesten und bekanntesten harmonischen Modellen der europäischen Musikgeschichte. Der Name, portugiesisch folia bzw. spanisch la folía, bedeutet „Wahnsinn“ oder „Tollheit“ und verweist auf den ausgelassenen Charakter der ursprünglichen Tanzform, die auf der Iberischen Halbinsel seit dem späten 15. Jahrhundert belegt ist. Aus einem ursprünglich portugiesischen Tanz- und Liedmodell entwickelte sich im Laufe des 17. Jahrhunderts ein charakteristisches harmonisches Schema, das seither von zahlreichen Komponisten aufgegriffen und immer wieder neu variiert wurde. Besonders im Barock wurde La Folia zu einem bedeutenden Variationsmodell und findet sich unter anderem in Werken von Arcangelo Corelli, Antonio Vivaldi und Johann Sebastian Bach.
Die vorliegende Komposition greift dieses harmonische Grundgerüst auf und überträgt es in die Klangwelt des modernen Blasorchesters. Das Thema auf Basis von Arcangelo Corellis Fassung (1700) zu Beginn bildet die Grundlage für die nachfolgenden Variationen, in denen unterschiedliche Klangfarben und Besetzungen des Orchesters im Mittelpunkt stehen. So enthält das Werk neben einer solistischen Passage auch Variationen ausschließlich für Holzbläser, Blechbläser und Percussion Instrumente.